Friede den Männern
Gedichte - Residenz Verlag - 1982 - ISBN 3-7017-0305-1
Inhalt
*Falsch angefangen
*Becketts Kiesel
*Body Building
*Reimlos
*Kurzbiografie
*Ehegeschichte
*Schmähfrühling
*Friede den Männern
*Geschlechterfeindschaft
*Der Anfang ist zuend
*Zehn Jahre danach
*Naturdenkmal
*Dorfstandpunkt
*Idylle mit Drohbild
*Thallium
*Überlebenstraining
*Augarten
*Das Auge des Entdeckers
*Im Namen der Wirklichkeit
*Sozialbericht
*Eine Sekunde Fernsehen
*A. H., ans Kreuz genagelt
*Die neuen Tugenden
*Ich sehe den Hausmeister
*Spaziergang über den Atlantik
*Dreimal sieben ist Jot
*Active Poesie
*Exil
*Kapitän Godot
*Die sechziger Jahre
*Jubiläumsbild
*Das Messer im Kopf meines Vaters
*Relative Herkunft
*Wiederbelebung
*Michis Blut
*Der Riß
*Der Fliegenfänger
*Die Zürcher Krankheit
*Schwarzer Traum
*Morgengrauen
*Hoff, Mann!
*Neue Heimat
weiter
Falsch angefangen

Falsch angefangen, schon wieder,
mit Schlaflosigkeit, Fliegenkräuseln,
Abwaschwasser, das im Finstern
steigt. Schemenhafte
Vorstellungen: draußen
der Vollmond, das Kind
nebenan, hinter Gittern, erst
das Jahr 2001 als Jahr
des Gleichgewichts, wo alles Überflüssige
verdunstet, wo einjährig
die überschüssigen Nachkommen
die einzige Überlebensspeise der Hungernden sind.
Zynische, allmächtige Liebe.
Die Mäuse auf dem Dachboden schlafen,
der Kopf ist eine Box, in der ich spazierengeh
mit einem weißen Stock,
der Gute und Böse erschlägt,
bis die Zeit mich ausgespien hat
an einem völlig andern Ort,
bei den schönen Antipoden.



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